Weingut Heinz Pfaffmann Premium Red

13. Juni 2012 von Frank, Deutschland, Keine Kommentare

Es war meine letzte Station auf der vergangenen ProWein und mir taten nicht nur die Füße weh, auch mein Kopf qualmte schon vom stetigen Überzeugungsversuchen in Sachen Online-Marketing bzw. Online-Handel.

Wenig überraschend war dann auch die ablehnende Haltung eines Mannes am Stand vom Weingut Heinz Pfaffmann. “Im Internet kann man nicht probieren” war sein Argument. Das ist richtig, aber im Supermarkt kann ich das als Kunde auch nicht und trotzdem ist das der größte Absatzmarkt in Deutschland. Wie passt das also zusammen?

Ich denke hier geht es um Vertrauen. Vertrauen in die Marke. Das kann zum einen das Weingut sein was mir bekannt ist oder Marken die ich aus der Offline-Welt kenne und für Qualität stehen und ein gutes Image pflegen. Eigentlich kann ich nur bei einem lokalen Weinhändler probieren um das Risiko eines Fehlkaufes gegen Null zu mindern.

Ich denke das sich das Internet als Verkaufsplattform etabliert hat und es gute Online-Weinhändler gibt die das Vertrauen des Kunden verdienen. Ich selbst bestelle gern bei einem und wurde bisher noch nicht enttäuscht. Meistens sind auch die Preise besser als im Weinshop um die Ecke. Wer also seinen eigenen Geschmack gut kennt wird kaum Fehlentscheidungen beim Online-Kauf treffen. Ich denke das der Umstand des „nicht probieren können“ relativiert ist, weil ich ja auch googeln kann und sich so Erfahrungsberichte zu einzelnen Weinen leicht finden lassen, die mich bei einer Kaufentscheidung unterstützen können. Von Empfehlungen der Facebook-Freunde mal ganz abgesehen.

Rückwärtsgewandtheit ist also Fehl am Platz. Die Möglichkeiten die der Online-Handel als weiteren Verkaufskanal bietet sollte man nicht unterschätzen. Wer das nicht erkennt wird weniger Umsatz machen und letztendlich gegen die Konkurrenz verlieren. Denn wer im Internet nicht existent ist, den gibt es in der Wahrnehmung von Neukunden auch nicht. Die zukünftige mobile Kaufkraft steckt auch noch in den Kinderschuhen und da kommt ja auch noch einiges auf uns zu.

Nun gut, wollen wir uns jetzt mal auf das Wesentliche konzentrieren. Neben der hitzigen Diskussion mit dem älteren Herrn will ich hier nicht die Weine vergessen die ich am Stand vom Weingut Heinz Pfaffmann probieren durfte.

Erstaunlich fand ich erst einmal das dieser deutsche Rotwein satte 16% Vol. Alkohol an den Tag legt. Das ist schon beeindruckend, wo ich solche Kaliber eigentlich bisher nur aus südlichen Regionen Europas oder Südafrika und Übersee kannte. Sattes Rubinrot, überraschend weniger Alkohol in der Nase als erwartet, aber spürbar vorhanden, mit roten Früchten und einen Hauch Vanille im Duft. Interessant ist die weiße Flasche, eher ungewöhnlich für einen Rotwein. Und ein Schraubverschluss, der für mich ein eindeutiges Bekenntnis zum Trinkspaß ist. Dieser Wein soll nicht gelagert, sondern getrunken werden.

Zu Beginn weiche Holznoten und ein fruchtiger Charakter. Ein Cuvée aus Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc, wobei hier der Cabernet Sauvignon den größeren Anteil zu haben scheint. Blind verkostet würde ich hier auf einen französischen Rotwein tippen. Nach einer Weile nehmen die Fruchtaromen deutlich zu und dominieren den Geschmack. Erinnert ein wenig an Amaretto aus der frühen Jugend.
Der Ausbau in vermutlich älteren Fässern ist anhand der leichten Vanillenoten wahrnehmbar. Die Kirscharomen stehen lange am Gaumen und verleihen diesem Wein eine gewisse Tiefe. Harmonisch leicht und fruchtig, cremig und elegant. Würziger Stoff mit Anklängen von weißem Pfeffer und Zartbitterschokolade. Sehr gelungen wie ich finde. Passt gut zu Steak oder Braten. Das Beste kommt dann doch immer zum Schluss.

Weingut Heinz Pfaffmann Premium Red 2007

BewertungGut
Preis/LeistungGut
TypRotwein Cuvée Q.b.A.
Jahrgang2007
WeingutWeingut Heinz Pfaffmann
LandDeutschland
RegionWalsheim / Pfalz
Rebsorte(n)Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc
VerschlussSchraubverschluss
Alkohol16%
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