Fokus auf Tejo: Nana Reserva und Vale de Lobos Grande Escolha

3. Mai 2017 von Uli, Portugal, Kommentare deaktiviert für Fokus auf Tejo: Nana Reserva und Vale de Lobos Grande Escolha

Bei der Tejo-Verkostung haben wir eine Reihe von neuen Weinen verkostet. Frank hat einen allgemeinen Überblick dieser Veranstaltung schon verfasst.

Besonders herausheben möchte ich den familiären Charakter, den die Verkostung hatte. Das erlebt man nicht immer.


Ich will heute gesondert noch mal den Blick auf zwei Rotweine aus dem Tejo lenken, die uns besonders aufgefallen sind. Da geht es nebenbei auch um das besondere portugiesische Verständnis der Begriffe „Reserva“ und „Grande Escolha“.

Nana Reserva 2013

Die eine Entdeckung ist der rote Reserva Nana der Quinta da Lapa. Der Name des Weins geht auf den Spitznamen der Mutter des Weinmachers Jaime Quendera zurück. In der Verwendung des Namens wollten sie ihrer Erinnerung an die Geschmäcker und Gerüche aus der Küche der Mutter ein Denkmal setzen. Und das ist ihm mit Nachdruck gelungen!

Dieser dunkelrote, mit reifen roten Früchten nur so um sich werfende Wein hat uns im wahrsten Sinne des Wortes umgeworfen, als wir erfahren haben zu welchem Preis er in Portugal im Laden steht. Da wurde eine Preispanne bis 4 EUR angegeben. Hammer. Solch eine Eleganz und Länge macht den Nana Reserva zu einer echten Entdeckung. Das Terroir besteht aus Lehm und Kalkstein und bei den Reben geben eher die international angebauten, den Takt vor. Der rote Reserva von Nana besteht zu 50% aus Syrah, 25 %Cabernet Sauvignon und autochthon sind nur die 25% Touriga Nacional.

Wer jetzt stutzig wird, ob der Bezeichnung „Reserva“: da sei angemerkt, dass die Vergabe in Portugal nicht wie beispielsweise in Spanien an festen Regeln gebunden ist. Es reicht aus, wenn der Wein besser als der Durchschnitt ist.

Vale de Lobos Grande Escolha José e Violante 2013

So ähnlich verhält es sich auch bei der anderen Gütebezeichnung die man in diesem Kontext bei portugiesischen Weinen vorfindet.  Die „grande Escolha“, die „große Schule“ ist demnach sowas wie eine „Gran Riserva“, hier ebenfalls ohne die Beschränkung auf eine bestimmte Anzahl von Jahren, die der Wein im Fass gelagert sein muss. Denn auch hier ist es der Winzer, der die Qualität seines Weines kennzeichnet.
Die Grande Escolha von Vale de Lobos de Quinta da Ribeirinha begründet technisch gesehen im Herstellungsprozess (hier in traditionellen Fässer und ausgwählten Hefen bei 28 Grad fermentiert). Vom Kalk-Lehmboden stammen die eingesetzten Rebsorten Touriga Nacional, Alicante Bouschet und Syrah. Geschmacklich kommt er noch etwas eleganter daher als bereits vorzügliche Nana.
Vielleicht liegt es daran, dass die Schalen noch vier Wochen lang gesondert mazeriert wurden, bevor die  der Wein für neun Monate ins französiche Holz wanderte.  Die Würze, die beim Nana nur anklingt, gibt bei der „großen Schule“ des Vale de Lobos den Ton vor und schmeckt neben der opulenten Frucht noch nach Nüssen und Kiefernwald bei einem unendlich langen Abgang. Wenn man bedenkt, dass der preislich mit ca 18 EUR in einer komplett anderen Liga spielt, lernt man den Nana um so mehr schätzen.

Video von der Tejo Wein Tour 2017

Einführung in die Tejo Wein Tour 2017 in Düsseldorf im Video mit Sebastian Bordthäuser.

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