Roussillon Wein in Düsseldorf verkostet

7. Oktober 2009 von Uli, Frankreich, Keine Kommentare

Die Roussillon Weinverkostung im Düsseldorfer Malkasten bot so manche Überraschung. Denn unter den 18 Weingütern aus dem Roussillon, die sich am Dienstag präsentierten, haben wir neben altbewährtem zwei absolute Knaller Domainen und einen weitere Domaine mit einem spitzenmäßigen Preis-/Leistungsverhältnis im Preissegment unter zehn Euro entdeckt. Allen drei war gemein, dass sie gerade auf biologisch umgestellt haben oder noch mitten in der Umstellung sind.

Domaine Vidal

domaine-vidalDie Domaine Vidal baut nach dem über Generationen übermittelten Mondzyklus aus Carignan, Mourvèdre und Grenache Noir unglaublich kompakte Weine an. Michel Vidals Parzellen liegen an der Cotes Catalane bei Baixas und Rivesaltes. Von den Weinen, die immerhin in Chargen von je 900 Flaschen auf den Markt kommen, hat mir der Tapis Rouge 2007, ein sortenreiner Grenache Noir und ungefiltert in die Flasche abgefüllter Wein vom Preis/Leistungsverhältnis her am besten gefallen. Ausgebaut in Eiche in der zweiten Belegung, wobei nach jeder Belegung die Fässer zerlegt werden, abgeschliffen und neu getoastet werden. Entstanden auf kargen felsigen Böden, die nicht künstlich bewässert werden, ist er von einem sehr eigenen Terroir-Charakter mit Aromen von Brombeerlikör, Amarenakirschen, Vanille und Pflaume.

Die Weine der Grand Cru Selection kommen gar nur auf Einheiten mit 300 Flaschen in den Markt und bewegen sich bei einem Flaschenpreis knapp unter 50 Euro in ganz eigenen Region. Hier hat es uns der Coeur de Vignes, ebenfalls ein Grenache am stärksten angetan. Absolut Outstanding. Weine, die in ihrer Kompelxität und Struktur jeden Bordeaux in den Schatten stellen.

Domaine Singla

domaine-singlaEine weitere Entdeckung waren die Weine vom fröhlichen Winzer Laurent de Besombes Singla. Auch hier an den Südhängen der Corbières werden die Ton und Kalkböden seit 2006 rein biologisch bewirtschaftet. In der Domaine Singla liegt die Jahresproduktion mit 35.000 Flaschen schon um einiges höher. Der Verkostungsstand war zu jeder Zeit von einer Menschentraube umlagert, die die neun Cuvées verkosteten.

Zwei Weine ragen aus dem tollen Angebot heraus:
Der AOC Cotes du Roussillon Villages La Crinyane aus 2007. Ein sortenreiner Carignan mit Noten von Kakao und Schokolade. Aber auch der Rivesaltes Ambré Héritage du Temps 2002 ein Vin Doux Naturell. Also ein süßer Wein, der nach einem Monat Gärung in der Maische durch Zugabe einer 5-7% Menge an 95% reinen neutralen Äthylalkohol auf Weinbasis “Stumm gemacht” wird. Dies “Mutage” bewirkt eine sofortige Beendung der Gärung. Der Wein von Singla, wird dann ein Jahr im Fass in der Sonne gelagert. Er entwickelt dann unglaubliche Aromen: In der Nase Zigarre und am Gaumen ein leichter Geschmack nach Honig.

Domaine du Mas Becha

domaine-du-mas-bechaEin weitere Entdeckung in einem Segment, das auch der breiten Masse zugänglich ist,  kommt von Charles Perez.
Bei der Domaine du Mas Becha erfolgte die Umstellung auf den biologischen Weinbau erst Beginn 2009. Charles Perez betreibt ein traditionells katalanisches Weingut in der Nähe von Perpignan. Seine Böden, von Kieselsteinen durchsetztem Ton und Kalk liegt in der Appellation Cotes du Roussillon Les Aspres.

Wir tranken den roten klassisch ohne Barrique ausgebauten AOC Cotes du Roussillon Tradition Classique aus 2007 und den AOC Cotes du Roussillon Tradition Barrique aus 2006. Beide in der Kategorie von ca. fünf bis sechs Euro. Ich fand, dass dem letzteren der Ausbau in französischer und amerikanischer Eiche geschmacklich sichtlich gut tat. Die Aromen der Barrique-Cuvée aus 60% Syrah, 20% Grenache und 20% Mourvèdre waren wesentlich präsenter.

Weitere Bilder der Weine aus dem Roussillon beim Klick.

Kleiner Nachtrag: Begeistert haben mich auch noch die süssen Weine der Domaine Puig, die einen kleinen aber feinen Blog machen.

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