Cellier des Chartreux – Geschichten zum trinken

15. Januar 2018 von Frank, Frankreich, Kommentare deaktiviert für Cellier des Chartreux – Geschichten zum trinken

Weihnachten und Sylvester sind rum, alle Großen Gewächse sind ausgetrunken und nun geht es wieder in den Alltag. Dieser ist für mich eine kleine Reise an die Rhone zum Cellier des Chartreux. Hauptverantwortlich für die Vinifizierung der Weine von verschiedenen Winzern und Terriors ist heute Sébastien Chabal. Die Weine die ich heute vorstellen möchte kommen also von verschiedenen Winzern mit unterschiedlichen Terrior.

Chevalier d‘ Anthelme Blanc – Côtes de Rhone 2016

Von Lehm-Kalk-Böden kommen die Trauben für dieses Cuveé. Bestehend aus Grenache Blanc, Roussane und Viognier liegt der Wein hellgelb im Glas. Frische Apfelnase mit grüne Noten mit etwas Ananas. Die Säure ist schön frisch,ohne Dominant zu sein. Die Frucht nach Apfel, Mandarinen-Zeste mit cremiger Würze zum Ende hin. Insgesamt Feingliedrig und schlank mit einem guten, pfeffrigen Finale. Am zweiten Tag ist er runder und hat an Kraft und Creme gewonnen. Der Wein wirkt jetzt kräftiger und hat mehr Druck. Die Ananas kommt nun etwas deutlicher heraus. Das Finale ist nun schmelziger mit ein wenig Kochbanane in guter Würze. Ein eleganter Wein mit kühlem Mundgefühl.

Chevalier d‘ Anthelme Rough – Côtes de Rhone 2016

Nun den Roten, der von Ton-Kalk-Böden mit Kiesel kommt. Die Sorten sind Grenache, Syrah, Carignan und Mourvèdre in traditioneller Gärungszeit von 20 bis 25 Tagen. Am Anfang schmeckt er irgendwie designt. So nach jungen Holz mit dieser typischen Süssholz Note. Macht Null Spass. Zum Glück hat er sich nach einiger Zeit erholt und ist etwas milder bei diesen Nuancen. Der Körper so gewollt fett, aber eher belanglos. Ansonsten Kirsch und Brombeere. Die Tannine sind fest, kann also noch liegen. Die Länge ok, aber wenig Spiel, säuerlich mit Süssholz. Am zweiten Tag ist die Nase weiterhin überladen und der Wein hat insgesamt abgebaut. Sehr gradlinig, unaufgeregt breit. Schmeckt nun deutlich nach Vanille, was den ersten Eindruck von frischem Holz bestätigt. Irgendwie gepeppt und aufgebläht. Irgendwie Gallo im unteren Segment. Weg mit dem Süsstoff!

Domain des Colombettes – Lirac 2015

Dunkel Rubinrot in der Farbe. Dunkle Beeren in der Nase, sonst eher unauffällig. Ein bisschen Phenolik. Am Gaumen in der Mitte fein und elegant. Das Finale erst kräftig, dann aber etwas wässrig mit Anis und rote Beeren. Die Textur hat etwas Creme.

Cellier des Chartreux – Je donne ma lanque au Chat 2016

Strohgelb im Glas mit einer würzigen Nase nach Rauch und etwas gekühlter Melone. Am Gaumen dann der Geschmack von Melone, Zitrus mit etwas Schmelz. Der Wein hat einen guten Druck und Würze. Im Gesamten besitzt er eine Kühle Ausrichtung mit einer guten, cremige Länge. Der Trinkfluss ist eher ruhig.

Cellier des Chartreux – Blue Sauvignon 2016

Die Flasche hat eine blaue Färbung. Der Wein selbst hat ein sehr blasses Gelb. Würzige Nase nach weissen Blüten. Am Gaumen mittlerer Druck mit einem hauchzarten Schmelz. Die Länge ist sehr gut mit einer bitteren Anisnote im Finale. Der Wein macht direkt nach dem öffnen Spass. Nach einer Weile legt er nochmal zu und hat kaum Frucht, dafür mehr bittere Noten und etwas rohe Kartoffel, gelbe Paprika und grüne Noten. Die Säure ist gut eingebunden und die Textur hat einen guten Grip. Umso länger er Luft zieht, umso runder und ausgewogener wirkt die Struktur. Ein Maul voll Wein mit einer gewissen Kühle. Trinkfluss ist hier Nebensache. Einen Wein zu erforschen ist doch eine besonders schöne Aufgabe, vor allem wenn es was zu erforschen gibt…

Cellier des Chartreux – Le mas Saint-Huguls 2015

Dunkles rubinrot in der Farbe. Phenolik und Waldbeeren in der Nase. Elegant, feinkörnig, die Tannine schon mürbe, könnte aber auch noch ein paar Jahre liegen. Mittlerer Körper, gemischter Holzeinsatz. Cremige, feine Länge nach Veilchen. Im Laufe der Zeit werden die Tannine etwas ruppiger und astringierend. Das Finale mit leichten Anis Noten und schwarze Brommbere kurz vor der Vollreife. Am zweiten Tag insgesamt runder. Die Tannine sind nun weicher und nicht mehr so präsent wie vorher. Im Ende hat jetzt kühle Minze und mehr Anis und Veilchen. Guter Stoff.

Cellier des Chartreux – Le Clan des Lours 2015

Macht direkt Spass. Alles stimmt hier. Altes Holz, Frucht, Tannin. Noch ein bisschen fest zu Beginn, aber nach ein paar minuten schon recht angenehm. Die Länge ist samtig, tieffruchtig mit viel Schmelz nach Anis und Veilchen und etwas Wacholder in der Würze. Ein wenig schwarzer Pfeffer am Ende. Ein guter Wein, der Klasse hat. Einfach genießen.

Cellier des Chartreux – Le Clan des Lours

TypRotwein
Jahrgang2015
WeingutCellier des Chartreux
LandFrankreich
RegionCôtes du Rhone
Liter0.75
VerschlussKork
Alkohol14%
Tags,


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