CastelGiocondo – Brunello von Frescobaldi

3. Mai 2017 von Frank, Italien, Kommentare deaktiviert für CastelGiocondo – Brunello von Frescobaldi

Heute begeben wir uns in die italienische Provinz Siena/Toskana. Wir nehmen Platz und genehmigen uns einen Schluck Brunello von Castel Giocondo aus dem kleinen Ort Montalcino. Castel Giocondo zählt zu den ältesten Weingütern der Region und kann mit einer umfangreichen Geschichte aufwarten. Bewirtschaftet wird das Gut von der Familie Frescobaldi, deren Vorfahren schon 1855 die damals unbekannten Rebsorten Cabernet Sauvignon, Merlot, Pinot noir und Chardonnay in die Toskana brachten.

Oberhalb des Weinguts der Frescobaldi thront die Burg Castelgiocondo, eine um 1100 zur Verteidigung der von der Küste nach Siena führenden Straße errichtete Festung. Das Weingut selbst liegt südwestlich von Montalcino. Die Böden dort eignen sich ideal für Sangiovese. Die Reihen der dicht stehenden Rebstöcke befinden sich auf gut dräniertem Untergrund auf 300-400 Höhenmetern in Südwest Ausrichtung. Die Rebstöcke werden sorgfältig von Hand gepflegt und aus dem reduzierten Ertrag entstehen große Brunellos und das schon seit 1800.

Brunello

Der Brunello genannte Sangiovese-Klon wurde von Ferruccio erstmals selektioniert. Der Brunello gilt heute nicht mehr als eigenständige Sorte, sondern wird im DOCG-Regularium als Sangiovese bezeichnet.*

Im Jahr 1960 betrug die für den Brunello bestockte Fläche 63 ha und es gab elf abfüllende Betriebe. Später wurde die Herstellung des „Brunello di Montalcino“ Gemeingut in Montalcino, wodurch es vielen kleinen wie auch großen Betrieben ermöglicht wurde, diesen Wein ebenfalls zu keltern.*

Frescobaldi – 700 Jahre Weingeschichte

Die Geschichte der Familie Frescobaldi ist mit der toskanischen eng verwoben. Als Florenz im Mittelalter Bedeutung erlangte, wurden die Frescobaldi zu den einflussreichsten Bankiers und Protagonisten der Stadt und zu Schatzmeistern der englischen Krone ernannt. Zur Blütezeit der Renaissance wurden sie zu Mäzenen so bemerkenswerter Werke wie der Ponte Santa Trinita und der Basilica di Santo Spirito.

Im 20. Jahrhundert trugen vor allem Vittorio, Ferdinando und Leonardo Frescobaldi dazu bei, dass die Region Toskana Eliteweine hervorbrachte. Heute hat Lamberto Frescobaldi die Geschäftsführung des Hauses übernommen und sich selbst zur Mission gemacht, mit umweltverträglicher Bodenbewirtschaftung sein Wissen auf die Einzigartigkeit der Weine jeder Domaine von Frescobaldi anzuwenden. Zu den Frescobaldi-Domainen gehören z.B. Tenuta Castiglioni, Castello Pomino, Castello Nipozzano um nur einige zu nennen. Auf der Infografik in der Bildergallerie findet sich die komplette Übersicht der Weingüter.

CastelGiocondo – Brunello di Montalcino 2012 DOCG

Der Brunello zeigt ein dichtes, festes und dunkles Rot im Glas. Das lässt schon einiges erahnen, da kaum Licht durchkommt. Würzige, rauchig Nase nach dunklen Beeren und Lakritz steigert dann endgültig die Vorfreude. Am Gaumen ist er breit und kräftig, saftig aber dennoch feingliedrig und elegant. Wunderbar, was für ein Stoff. Das Tanningerüst ist zu Beginn nicht zu spüren, wird nach dem dekantieren präsent und feinkörnig. In der Frucht dunkle Waldbeeren und etwas Cassis. Im Finale rauchig mit Lakritz und einer sehr guten, cremigen Länge. Die Lakritz steht auch noch nach Minuten. Ein eindrucksvoller, finessenreicher Wein.

*[Quelle: Wikipedia]

CastelGiocondo – Brunello di Montalcino

AuszeichnungenAIS Duemilavini - Silver Medal
JamesSuckling.Com - 93 Punkte
TypRotwein
Jahrgang2012
WeingutCastelGiocondo
LandItalien
RegionSiena/Toskana
Rebsorte(n)Sangiovese
Liter0.75l
VerschlussNaturkork
Alkohol14,5%
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