Campo Eliseo aus dem Toro von Francois Lurton

25. März 2018 von Uli, Spanien, Kommentare deaktiviert für Campo Eliseo aus dem Toro von Francois Lurton

Über die Champs Elysée zum spanischen Tinto de Toro. So wird in der Region Toro der Tempranillo bezeichnet. Andererseits wird Tinto de Toro als lokale Varietät der Tempranillo-Rebe angesehen, die ja viele Namen hat, wie z.B. Arogenes in Portugal.

Egal, wir sprechen hier von François Lurton, der mit seinem Weine aus dem Languedoc, genauer gesagt Fitou, Chile, Argentinien und in Zentralspanien fast ein kleines Imperium geschaffen hat.

Campo Eliseo Francois Lurtom

Auf dem Toro-Plateau in der Mitte Spaniens, wo im Sommer das Thermometer gerne über 36° Celsius ansteigt und die Nächte 15° kalt werden können, betreibt er gemeinsam mit Dany und Michel Rolland das Weingut Campo Eliseo. Das sind die gesegneten Felder, die neben seinem Flagschiff, den roten Campo Eliseo Toro auch den Campo Alegre hervorbringen.

Das durchschnittliche Alter der Reben des großen Campo Eliseo beträgt 75 Jahre. Beim Campo Alegre sind sie im Schnitt nur 40 Jahre – wobei  doch einige von ihnen bis zu 70 Jahre alt sind. Die Reben wurden strauchartig  im Gobelet-Schnitt erzogen. So wird der Boden Dank des dichten Laubdaches im heissen, trockenen Klima des bis zu 750 Meter hohen Toro-Plateaus vor zu starker Austrocknung geschützt. Gleichzeitig schützt es die Trauben vor direkter Sonneneinstrahlung.
Reduktion ist ein Thema, denn sowohl die Rebstöcke sind, wie früher üblich, in geringer Dichte gepflanzt und auch der Ertrag ist auf  30 Hektoliter begrenzt.

Die Reduktion findet sich auch in den kleinen, aromatisch hochkonzentrierten Trauben wieder, die mit Mitte Oktober extrem spät im Jahr von Hand geerntet werden.

Tinta de Toro selektionierend. © François Lurton S.A.

Sorgfältig werden die Trauben der lokalen Sorte Tinta de Toro selektioniert. © François Lurton S.A.

Im Keller rutschen die entrappten Beeren allein mittels Schwerkraft in 40 Hektoliter Fässer und geniessen fünf Tage lang eine Kaltmazeration bei 6 Grad. Während der alkoholischen Gärung wird die Maische nur wenig bewegt. Die malolaktische Gärung findet in den kleinen Fässern statt, wo der Wein drei Monate lang auf der Hefe bleibt, bevor er schliesslich 18 Monate lang in neuem Holz reift.

Beide Weine wurden seit den 200er Jahren immer wieder mit Goldmedaillen von Guia Penin, Wine Enthusiast und Wine Spectator ausgezeichnet. Also gehobene Klasse.
Der Allegre ist die fruchtigere Variante, um es mal vorsichtig auszudrücken, wobei auch er einen tiefen Nachhall dunkler Früchte in sich trägt. Nicht unbedingt ein 2. Wein, sondern schon eine eigene Variante.

Der Eliseo duftet intensiv nach Kirsche, ist am Gaumen sehr griffig und hat mehr Tiefe. Er kommt der Bordeaux-Stilistik näher. Wobei die Ribera-Duero-Toro-Linie des Hauses Lurton wesentlich eleganter als die doch typischen Roussilon Weine aus dem Fitou daherkommen.

Campo Alegre Francois Lurton

Noch eindrucksvoller fand ich auf der Prowein, den Vergleich mit den großen powervollen chilenischen Weinen des Hauses. Die beiden Campos aus dem Toro sind da wesentlich unalkoholischer, weniger taninnreich und dabei geschmeidiger.

 

Campo Eliseo Toro

Jahrgang2011
LandSpanien
RegionCastilla y Leon
Rebsorte(n)Tinta de Toro
Alkohol15 %
Restzucker0,36 g/l
Säure4,65 g/l
Lagerfähigkeitbis 2027
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