Portwein Entdeckungen des Jahrgangs 2013 – Bulas und Blackett Vintage Ports

7. April 2017 von Uli, Portugal, Kommentare deaktiviert für Portwein Entdeckungen des Jahrgangs 2013 – Bulas und Blackett Vintage Ports

Die relativ frisch abgefüllten Vintage Ports der Jahrgänge 2013 und 2014 standen im Fokus der Portwein Verkostung auf der Prowein 2017. Bento Amaral der Zertifizierungs-Direktor des Portwein-Institutes IVDP stellte acht ausgewählte Vintages vor.

Da auch einer meiner persönlichen Referenz-Portweine im Flight enthalten war, habe ich die Gelegenheit genutzt, mir einen Überblick über die neuen Jahrgänge zu verschaffen.
Da muss ich jetzt auch direkt mit den ersten Einschränkungen kommen: der 2013er Jahrgang wurde nicht offiziell zum Vintage „declared“ und es waren nur zwei Weine aus dem 2014er Jahrgang bei der Verkostung dabei.
Trotzdem konnte ich einen schönen Vergleich vom Bekannten zum Neuen ziehen und habe zwei fantastische neue Entdeckungen gemacht.
Überraschender Weise, waren die Ähnlichkeiten bei Bulas und Blackett enger als vermutet und zugleich stachen ihre Eigenheiten heraus. Doch dazu später im Text.

Den Anfang machte die von mir sehr geschätzte Quinta do Infantado mit der 2013 Vintage. Diese Quinta besticht durch mehrere Eigenarten. Die eine besteht darin, dass ihre Ports nicht zur Reifung nach Vila Nova de Gaia verbracht werden, sondern im Douro-Tal reifen. Ein Trend, der von vielen, besonders kleineren Produzenten am Douro aufgegriffen wird.
Viel entscheidender ist jedoch der Zuckergehalt. Soweit man beim Portwein überhaupt von einem trockenen Wein sprechen darf, haben die Ports – LBV wie Vintage – der Quinta do Infantado  einen wesentlich geringeren Zuckergehalt.
Im Vergleich zu den eher 100 bis 110 Gramm Zucker pro Liter, sind es hier nur 72 Gramm und ist damit in der offiziellen Sprechweise als „halbttrocken“ zu bezeichnen. Der 2013er hatte im März 2017 noch einen herben Charakter mit deutlichen Säurespitzen und leicht zitronigen Noten. Ihm steht ein Alterungspotential von mehr als 20 Jahren bevor. Ihn behielt ich im Laufe der weiteren Verkostung parallel als meine Referenz im Glas.

Der zweite Portwein stammte von der Quinta do Tedo und war für mich von den 2013ern der am wenigsten Interessante. Dicke, satte und schwere Süsse vom Charakter schwerfällig und marmeladig mit wenig Frucht. Eher langweilig und erhält in der prognostizierten Lagerdauer von ca. 40 Jahren vielleicht noch mehr Qulität.

Beim O-Port Unidade waren erstmalig florale Aromen zu verspüren. Dabei ein schönes Spiel von Süße und Säure. Ein ordentlicher Vintage.

Entdeckungen: Bulas und Blackett Vintage Ports 2013

Bulas und Blackett Vintage Port 2013 waren die Entdeckungen.

Bulas Porto 2013 und Blackett Vintage Port 2013 waren die eigentlichen Entdeckungen der Verkostung.

Der Blackett bestach durch noch mehr florale Aromen als der O-Port Unidade, wobei vor allem Rosemarin-Noten klar auszumachen sind.
Sein schön herbes Aroma erinnert ein wenig an Old-Spice-Parfüm und es schwingt im Abgang eine mentholig, minzige Frische mit. Und das bei einem Zuckergehalt von 127 Gramm/ Liter, die man dem Wein zu keinem Zeitpunkt anmerkt. Anders formuliert: Die Säure ist immer präsent und trägt ihren Teil zu den komplexen balsamischen Aromen und dem lang anhaltenden Abgang bei.

Der Bulas Porto 2013 ist ähnlich herb und floral mit einem etwas fruchtigeren Charakter. Hier gesellen sich im Abgang ganz prägnante Lakritz-Noten hinzu. Leider drückt der Alkohol ein wenig zuviel, so dass ich den Blackett vorziehen würde. Aber beide heben sich noch einmal deutlich positiv vom Quinta Infantado ab.
Wobei wir den Output von Bulas schon einmal hier verkostet haben.
Kleiner Exkurs: Gestern hatten wir dann die Gelegenheit den Bulas LBV 2007 noch einmal zu verkosten. Ein Hammerwein: Herb und nicht klebrig. Hat nach stark nach Wald und Pilzen udn auch auch nach Vanillepudding geduftet. Zugleich doch unglaublich frisch und hat sich seinen jungen und fruchtigen Charakter dabei erhalten. Meiner Meinung nach, hat er seine perfekte Trinkreife erreicht.

Abschließend will ich noch kurz auf die weiteren Quintas eingehen.  Der Quinta do Noval Vintage 2013 kam leider ein bisschen zu unausgewogen und alkoholisch daher. Cockburn´s Symington Family Estates Quinta dos Canais Vintage Port 2014 und Quinta dor Portal mit dem do Muros Porto der 2014er Vintage konnten mich (noch) nicht überzeugen, denn sie waren zum Zeitpunkt der Verkostung schlicht noch nicht genügend gereift.

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